„Der Mensch wird keine dominante Rolle mehr spielen“

(Jürgen Schmidhuber, Leiter Idsia)

Schauen wir zurück: Immer wieder prägten grosse Veränderungen die Geschichte der Menschheit. Hochentwickelte Kulturen lösten sich in Luft auf, fixe Machtverhältnisse verschoben sich massiv, in Stein gemeißelte Wertesysteme veränderten sich radikal. Und heute?

Alleine die Digitalisierung hat genug Energie, um das Leben auf der Erde völlig auf den Kopf zu stellen. Wo und wie werden wir in Zukunft arbeiten? Werden Staatsgrenzen noch nötig sein? Noch möglich? Werden wir die Systeme beherrschen, denen wir gerade all unser Wissen geben und sie so effizient machen, wie wir selber es nie sein können? Werden diese Algorithmen, die für uns Probleme lösen, gar irgendwann selber ein Problem für uns? Oder – vielleicht noch schlimmer - wir eines für sie? Und was ist mit unserem Wertesystem? Mit dem Wachstum um jeden Preis? Stoßen wir langsam an wirtschaftliche, gar an menschliche Grenzen?

Seidenstahl war als unterhaltsame Romantrilogie geplant. Beim Schreiben realisierte ich, dass die Ideen für ein neues Werte- und damit Gesellschaftssystem gar nicht so abwegig sind. Ich begann, ernsthaft über eine bessere Art des Zusammenlebens nachzudenken. Besser nicht nur für einzelne, privilegierte, sondern besser für alle und alles.

Gibt es Alternativen zum skrupellosen Streben des Individuums? Kann ein Mensch sein Leben in vollen Zügen genießen, ohne – bewusst oder unbewusst - andere Menschen gnadenlos auszunutzen, ohne die Natur rücksichtslos auszubeuten? Was sind die Voraussetzungen, damit auf der Welt möglichst viele Menschen so gut leben können wie wir - nur durch Zufall - in solch ein Umfeld geborenen? Kann Egoismus überwunden, das uns antreibende, ehrgeizige Streben in neue Bahnen gelenkt werden? Ist es möglich zu triumphieren ohne dass jemand anderes scheitert? Gibt es Sieg ohne Niederlage?

Vielleicht leben wir tatsächlich am Ende des Anthropozäns, der Phase in welcher der Mensch (zumindest vermeintlich) alles beherrschender Faktor auf der Erde ist. Vielleicht beeinflusst der stetige Fortschritt auch „nur“ unsere Wertvorstellungen und die Art des Zusammenlebens. So oder so: Wie geht es weiter? Wie SOLL es weiter gehen?

Die Seidenstahl-Antworten basieren auf eingehendem analysieren bestehender Systeme, gepaart mit „Out of the box-Denken“ über mögliche Veränderungen und potentielle Alternativen. Sie sind befruchtet von Wissen und Erfahrung spannender Persönlichkeiten, inspiriert von frischem und frechem Input jugendlicher Intelligenz. Und die Antworten werden immer wieder herausgefordert, kontroverse durchleuchtet, hinterfragt.

Schlussendlich geht es um neue Werte, um radikale Visionen. Doch Seidenstahl verteufelt nicht etwa den Fortschritt, oder all das Gute und Schöne, das wir uns erarbeitet haben und noch erarbeiten werden. Im Gegenteil! Seidenstahl fördert den Fortschritt. IST Fortschritt. Besonnener Fortschritt. Bewusstheit, Achtsamkeit, Wertschätzung, sind dahingehende Zauberworte. Was sind unsere Urbedürfnisse? Was bringt uns echten Nutzten?

Ganz nach dem Grundsatz „es gibt keine Zufälle“ zieht dieses Projekt Menschen an. Menschen jedes Schlages. Menschen mit spannenden, teils unglaublichen Geschichten. Menschen mit erfolgreicher Vergangenheit, Menschen die Großes geschaffen haben. Intelligente, weise Menschen, die über den Horizont hinaus denken können. Persönlichkeiten die dazu beitragen wollen, den Weg unserer Zivilisation in eine positive Richtung zu lenken.

Der Seidenstahl Community Club ist so zum ersten Realableger meines Kunstprojekts geworden. Neben all dem Denken und Diskutieren kommt beim SCC - ganz Seidenstahl-gerecht - auch Spaß und Genuss nicht zu kurz. Dafür steht alleine schon die Klublokalität „Stazione della Posta La Rösa“.

Denn: Genuss ist elementar. So sind schöne und wertige Sachen, die Achtsamkeit verdienen und Freude bereiten, wichtiger Bestandteil der Seidenstahl-Welt. Auch mein Projekt soll seine Vollendung als solches „Ding“ finden:

Die Originalausgabe von 101 Exemplaren des „Buch von Seidenstahl“ wird in gutem alten Bleiguss- und Handruckverfahren hergestellt, wie zu Gutenbergs Zeiten. Buch Nr. 1 ist auf handgeschöpftem Papier gedruckt, auch alle weiteren sind personifiziert und kunstvoll gebunden. Diese Unikate werden zusammen mit den Trilogie-Bänden und der Vinyl-Schallplatte mit eigens komponierten Hymne in  Seidenstahl-Seide gewickelt, in eine handgemachte Stahlbox verpackt und mit graviertem Schloss verschlossen. 

Die zugehörigen Schlüssel darf ich ohne Zweifel Menschen überreichen, die Exklusives zu schätzen wissen, offen für Neues sind und über ihr eigenes Gärtchen hinaus denken können und wollen. Persönlichkeiten, die bis zur Fertigstellung wohl einiges zu diesem neuen Utopia beigetragen haben. 

Und dann? Vergessen wir nicht die Realität.